Heil & Vitalpilze
In Asien sind sie seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der Volksmedizin und gehören damit zu den ätesten Naturarzneien der Menschheit.
Aber auch die europäische Klosterheilkunde schätzte bereits die den Pilzen innewohnenden Kräfte.
Heute berut das Wissen um die Wirkungen der Vitalpilze auf zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen um den umfangreichen Praxiserfahrungen vieler Therapeuten und Anwender.
Obwohl Namen wie Reiski, Maitake oder Youn Zhi fremd für unsere Ohren klingen: Vitalpilze sind keinesfalls allein in der Traditionellen Chinesishcen Medizin (TCM) zu Hause. Unter deutschen Bezeichnungen wie Glänzender Lackporling, Klapperschwamm und Schmetterlingsporling sind Pilze mit besonders positiver Wirkung auf die Gesundheit des Menschen auch in unseren Breitengrafen heimisch.
„Die auf lebenden und gefällten Bäumen wachsenden Pilze sind ziemlich geeignet, für den Genuss und bis weilen auch für die Medizin. Die von Nussbaum helfen gegen Würmer die von der Buchen gegen erkältete und verschleimten Magen, die von der Weide gegen Lungen- und Milzleiden sowie gegen den Schleim Vor den Augen, die von dem Birnbaum sind gut gegen die Grind. (Hildegard von Bingen)
Hildegard von Bingen beschreibt mit diesen Sätzen die vitalisierende Kraft des Glänzenden Lackporlings, der weltweit auf unterschiedlichen Bäumen wächst. Bekannt ist dieser Pilz unter den Namen Reishi oder Link Zhi, der seit Jahrtausenden in der TCM eingesetzt wird. Doch während dieses Wissen in Asien von Generation zu Generation weitergegeben wurde, geriet es in unserer Heiltradition leider in Vergessenheit. Inzwischen ist seine hervorragende Wirkung auf das Immunsystem und die Sauerstoffaufnahme des Blutes wissenschaftlich gut erforscht. Vor allem dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass man sich auch in Europa nun wieder auf die alte Heiltradition mit Vitalpilzen besinnt.
Lebewesen mit Heilkraft
Für lange Zeit im Laufe der vergangenen Jahrhunderte hatte dies ganz anders ausgesehen: Den Pilzen haftete aufgrund ihrer teilweise halluzinogenen Wirkung teilweise der Ruf an, mit dem Teufel verbunden zu sein. So waren es in Europa nur noch einzelne Mediziner, die von den positiven Wirkungen der Pilze überzeugt waren und sie ihren Patienten verordneten. Einer von ihnen war der deutsche Naturforscher, Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (1528-1586), der die heilenden Effekte des im Volksmund als Judasohr oder auch als Holunderschwamm bezeichneten Auricularia erkannte. Seine entzündungshemmende Wirkung bestimmt heute wieder das Einsatzgebietes dieses Pilzes.